Der Weg zum Musical

März 2019: Ich sitze gerade hier in der Aula und genieße die Vorstellung der Musicals der 9. Klasse. Langsam wird mir bewusst, dass ich nächstes Jahr ebenfalls auf dieser Bühne stehen werde und mein eigenes Musical präsentieren darf…

 

2020:  Und jetzt ist es soweit: Nach einem Jahr sitze ich wieder hier und erfahre, mit wem ich in eine Gruppe komme. Hoffentlich sind es Leute, mit denen ich mich vertrage und mit denen gemeinsam ich dann ein gutes Ergebnis abliefern kann. Ich werde immer nervöser, da nicht mehr viele da sind, die mit mir in eine Gruppe kommen könnten. Meine Hände fangen an zu schwitzen, als mein Name fällt… Nun sitze ich nicht mehr so verspannt da und trage ein Lächeln im Gesicht, weil ich sehr zufrieden mit meiner Gruppe bin. Danke an die Lehrer für diese Einteilung!

Wir haben den Freitag vor den Winterferien und befinden uns wieder in der Aula. Abermals sind wir gespannt und hoffen, dass wir unser erstgewähltes Musical spielen dürfen. Frau Schreyer steht auf der Treppe zur Bühne und sagt: „Ich darf euch feierlich verkünden, dass ALLE Gruppen ihren Erstwunsch spielen können.“ Wir freuen uns total darüber und gehen nach den ersten Arbeiten glücklich in die Ferien.

Montagmorgen, 10:10 Uhr: Gruppenversammlung, das erste Mal lesen wir unser Drehbuch bzw. Skript. Begeisterung, aber auch Enttäuschung machen sich breit, als die Rollen verteilt werden. Wir versuchen, uns in diese Rollen hineinzuversetzen und unsere Texte ausdrucksstark zu lesen. Mehr ist heute nicht drin.

Dienstag, 8:10 Uhr: Wir gehen die Liste durch und schauen, welche Requisiten wir brauchen (Bäume, Lampenschirm, Tür… - wer soll das bloß alles tragen?). Nach einer kurzen Pause geht es zur Musikprobe und jetzt wird gesungen. Wie soll ich nur mein Solo meistern? Nach ein paar Mal probieren wird es besser, doch es folgt schon die nächste Hürde – das Tanzen („damdamdaa“)! Schon wieder kommt meine total sportliche Seite zur Geltung (*hust Ironie hust*). Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber am Ende des Tages kann ich sagen, dass ich mich gar nicht mal so schlecht angestellt habe. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen verlasse ich die Schule.

Es ist Mittwoch und wir alle arbeiten auf Hochtouren. Morgen ist Zwischenpräsentation! Gerade haben wir wieder Musikprobe und gehen alle Lieder nacheinander durch samt Choreographie. Wir arbeiten hart an unserem Musical, die Aufregung wegen morgen steigt immer mehr und wir alle sind so langsam echt fertig. Aber wir wollen, dass die Präsentation morgen so gut wie möglich wird. Dafür üben wir auch in der Aula unser ganzes Musical noch einmal durch. Nach einem langen und anstrengenden Tag gehen wir nach Hause und selbst jetzt summe ich weiter die Melodien vor mich hin und gehe noch einmal alle meine Texte durch, damit sie morgen sitzen.

Es ist soweit, der Tag der Zwischenpräsentation. Wir sind gerade dabei uns zu frisieren und zu schminken. Wieder mal habe ich schwitzige Hände, die Aufregung steigt. Der Aufbau zu Szene 1 läuft. Die Lehrer betreten die Aula und das Adrenalin steigt noch weiter. Gleich geht es los! Na, wird schon gutgehn. Alle Gruppen bringen ihr Musical über die Bühne, die einen besser, die anderen noch nicht so gut. Dann sitzen wir nochmal mit unserem betreuenden Lehrer zusammen und reden darüber, was wir noch verbessern können. Erleichterung macht sich breit, als wir hören, dass wir zu den besseren Gruppen gehören. Glücklich und zufrieden gehen wir nach einem Tag voller Musik und Tanz nach Hause.

Freitag, der letzte Tag, an dem wir nochmal intensiv üben können. Wieder und wieder gehen wir alle Tänze und Lieder durch. Ich kann mein Lächeln nicht vermeiden, denn ich bin sehr stolz auf meine Gruppe und mich – dass wir es geschafft haben, in einer Woche ein Musical auf die Beine zu stellen. Langsam fangen meine Füße an, weh zu tun. Ich bin es nicht gewohnt, eine ganze Woche lang auf hohen Absätzen zu gehen. Ein letztes Mal spielen wir alle von vorn bis hinten durch, dann sind wir für heute fertig und eine Woche voller Stress, Freude und harter Arbeit geht zu Ende.

 

Es ist soweit. Dienstag, der Tag der Aufführung: Soeben haben wir Generalprobe und manches läuft leider nicht so reibungslos, wie es eigentlich sollte. Aber das ist alles nicht so schlimm, denn dafür wird es bei der richtigen Präsentation umso besser laufen!

Abends: Die Aula wird immer voller und die Nervosität steigt bei uns allen ins Unermessliche. Herr Ufert spricht ein paar einleitende Worte und schon kann der Abend richtig losgehen. Zuerst ist die Gruppe mit „Chicago“ dran. Danach „Rock of Ages“, „Ich war noch niemals in New York“, „Beetlejuice“, „We will rock you“ und zum Abschluss „Grease“. Wir alle bringen unsere Musicals gut über die Bühne und sind glücklich, wie wunderbar es läuft. Die ganze Nervosität und die Aufregung werden nun durch Erleichterung und Glück ersetzt.

Ein toller Abend mit viel Musik, Tanz und Leidenschaft geht zu Ende. Sowohl die Eltern, wie auch die Schüler und Lehrer sind fröhlich. Es war eine sehr schöne Zeit!

von Zoe und Emilie (9a)