Projektwoche August 2018

Und los geht´s...

Das neue Schuljahr ist gerade in die Spur gekommen. Also nutzen wir den Schwung für viele größere und kleinere Projekte an unserer Zilleschule. Während unsere Neuen, die Schüler der Klassenstufe 5, mit ihren Lehrern gleich ins Landheim nach Sebnitz gefahren sind, um sich richtig kennen zu lernen, warten auf die anderen spannende und über die Schulmauern hinaus wirkende Herausforderungen.

Die Schüler der Klassenstufe 6 nutzen die Zeit und das schöne Wetter, um ihre Schwimmfähigkeiten auszubauen. Die 7er lernten einiges über Gewaltprävention und tauchten anschließend in vielschichtige Projekte der Mathematik, des Deutschen und der Geografie. Die Schüler der 8. Klassen setzen sich intensiv mit der Zeit des Expressionismus auseinander. Aus den 9. und 10. Klassen sind Schüler in Krakau auf Mission "Gegen das Vergessen" gewesen. Manche der 9er und 10er nutzten die Zeit erstmalig für einen intensiven englischsprachigen Austausch über Videotelefonie.

Wer wissen will, was am Ende der Woche alles erlebt wurde, sollte die demnächst hier erscheinenden Berichte lesen.


Landheimfahrt der neuen 5. Klassen

Die Klassenfahrt

In zwei Bussen reisten wir an, von denen einer eine Panne hatte. Nachdem alle gut angekommen waren, hatten wir Zeit, die Betten zu beziehen. Am Abend war Disco. Am Dienstag waren wir Klettern. Es war mega cool. Nach dem Klettern waren wir Schwimmen bei uns im KiEZ. Am Mittwoch waren wir Kegeln. Am Donnerstag im Mariba Freizeitbad mit den anderen Klassen hat es mir auch gut gefallen. Die Woche war echt schön.

- Izabela

 

Das Schwimmbad

Wir liefen zügig zum Bahnhof. Dort mussten wir ein kleines bisschen auf den Bus warten. Alle waren gespannt. Im Schwimmbad begrüßte uns eine nette Frau. Dann ging es endlich in die Umkleiden. Alle waren ganz schnell im Schwimmbad. Ein Bademeister sagte uns noch, wie man sich im Schwimmbad verhält. Dann durften wir endlich ins Wasser. Aber wir blieben nicht lange dort, sondern rutschten die schwarze Rutsche herunter. Nach dem Mittag tobten alle weiter. Irgendwann war die Zeit herum. Wir zogen uns um und fuhren wieder ins Landheim zurück.

- Lilly

 

Wir waren im Landheim

Am ersten Tag sind wir Wandern gegangen, am Abend waren wir in der Disco. Das Kino am nächsten Abend war auch cool. Am Mittwoch waren wir früh Kegeln und abends beim Zumba. Am Donnerstag waren wir Baden und am Abend wieder in der Disco. Freitag haben wir nur gepackt und sind zurück gefahren. Es war sehr schön im Landheim!

- Marcel


„Gegen das Vergessen...“ - Klasse 9 und 10 in Krakau und Auschwitz

Am 21.08.2018 machten sich 43 Schüler der 9. und 10. Klassen unserer Oberschule auf den Weg nach Krakau, um dort noch mehr zur Geschichte um den 2. Weltkrieg zu erfahren. Im Mittelpunkt unserer Reise stand dabei aber vor allem alles um die Thematik „Judenvernichtung“.

Gegen 6.00 Uhr startete unser Bus nach Oswieciem. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt, auf der wir uns den sehr beeindruckenden Film „Schindlers Liste“ anschauten, kamen wir gegen 13 Uhr am Stammlager Auschwitz an. Eine halbe Stunde später begann unsere Führung. Unser Rundgang startete am großen Torbogen mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“. Danach besichtigten wir einige Baracken, in welchen die Häftlinge früher lebten. Allerdings handelte es sich bei den meisten nicht mehr um den Originalzustand, sondern wurden diese für Ausstellungen umgebaut. So konnte man in den Häusern etwas über das Schicksal der Inhaftierten erfahren, die z.B. aus Russland, Polen und Ungarn stammten. Neben diesen Häusern gab es noch die sogenannten Dauerausstellungen, in denen es um das Leben der Gefangenen, den Todesblock und die Vernichtung ging.

Besonders erschreckend war die Ausstellung „Das Leben der Gefangenen“, in der Fotos der Gefangen zu ihrer Ankunft in Auschwitz und nachdem sie bereits ein paar Wochen unter den harten Bedingungen, unter denen sie dort arbeiten mussten, zu sehen waren. Viele waren abgemagert und sahen sehr krank aus. Doch unsere Stimmung wurde noch mehr getrübt, als wir einen Schaukasten sahen, wo Bescheinigungen von Josef Mengele ausgestellt waren, der verschiedene Experimente mit den Häftlingen dort durchführte, und das sowohl mit Erwachsenen, als auch mit Kindern und Babys. Eine Kopie stach uns dabei aber besonders ins Auge, denn unter „Objekt“ war „Kopf eines 12-Jährigen Kindes“ angegeben, was uns einen Schauer über den Rücken jagte, denn jeder hatte gleich dementsprechende Bilder vor Augen. Doch auch einige Dokumente, auf denen der Name des Häftlings, sein Geburts- und Todesdatum und der Grund für die Inhaftierung angeben waren, wie z.B. „Jude“, „behindert“ oder „schwul“, konnten wir sehen. Nicht einmal Babys waren vor dieser „Strafe“ sicher. Das wurde uns vor allem bewusst, als wir in einen Raum gingen, in dem zum einen viele Privatfotos ausgestellt waren, aber auch eine große Wand mit vielen Namen der Häftlinge und in welchem Alter sie ermordet wurden. Am Ende dieser Ausstellung gingen wir einen Block weiter, in dem es um physische Beweise für Verbrechen ging. Dort waren Sachen ermordeter Juden ausgestellt, wie z.B. Koffer, Küchenutensilien, Schuhe und Kleidung. Besonders schlimm war ein Raum, in dem die Haare der Juden zu sehen waren. Wir erfuhren, dass es sich dabei um etwa sieben Tonnen handelt und wofür sie verwendet wurden. Danach ging es weiter in den Todesblock, wo Leute eingesperrt waren, die zum Hungertod verurteilt wurden. Anschließend besichtigten wir noch den Hof an der Seite dieses Blocks, wo sich die Todeswand befindet. Dort wurden mehrere tausend Menschen von den SS-Männern erschossen. Als letztes besuchten wir das erste Krematorium. Nach der etwa vierstündigen Führung ging unsere Reise zu unserem Hotel nach Krakau, wo wir uns kurz ausruhen konnten.

Abends fuhren wir alle gemeinsam ins Zentrum dieser wunderschönen Stadt, wo wir eine kleine Aufgabe erhielten und danach wieder selbstständig ins Hotel zurückfinden sollten. Dort angekommen, gingen wir dann auch gleich schlafen, weil wir alle ziemlich geschafft waren und uns am nächsten Tag wieder ein volles Programm erwartete.

Als wir uns am zweiten Tag auf dem Weg zum Lager Birkenau begaben, war uns noch nicht ganz klar, was uns erwarten würde. Wir rechneten damit, dass es so sei wie Auschwitz, was wir am Vortag besichtigt hatten. Doch Birkenau war noch viel erschreckender. Ein beklemmendes Gefühl überfiel uns.

Unsere Führung begann am Haupttor, wo uns die einzelnen Bereiche des Lagers erklärt wurden. Wir bekamen einen Lagerplan. Dann liefen wir zu den ersten Baracken. Dort standen wir nun in einem schäbigen Holzhaus, dass mit „Hochbetten“ bestückt war, „Hochbetten“, auf denen mindestens 40 Menschen schlafen mussten. Es gab keine Heizung, sodass die Häftlinge im Winter frieren mussten. Ein kalter Schauer lief uns über den Rücken, als uns dieses Szenarium geschildert wurde. Neben der Schlafbaracke befand sich die sogenannte Sanitärbaracke. Darin befanden sich zwei Steinkästen, die zwei Reihen von Löchern besaßen, dort fand das „Gemeinschaftsgeschäfts“ statt. Doch die Gefangenen durften nur zweimal am Tag diese Baracke besuchen, den Rest mussten sie sich unterdrücken oder einfach „laufen“ lassen. Nachdem wir uns die ersten Baracken angesehen hatten, liefen wir die Gleise entlang und bekamen erklärt, wie die Gefangenen hierhergefahren und dann „sortiert“ wurden. Mit „sortiert“ wurde das Trennen von den Arbeitsfähigen und den nicht Arbeitsfähigen bezeichnet. So trennte man Familien auf grausame Weise. Die zu den nicht Arbeitsfähigen gehörten, wurden in Sammelbaracken gesteckt, um dort auf den Tod zu warten, manche wurden auch gleich vor Ort erschossen oder in die Gaskammern geführt. Nach einem kurzen Marsch an den Gleisen kamen wir wieder an Baracken an. Doch diese waren anders, sie waren auf eine Art isoliert. Hier wurden die Kinder und Frauen „aufbewahrt“. Wir besichtigten die Schlafstätten der Kinder und es war erschreckend. Sie schliefen auf Holzvierecken, die zwischen zwei Säulen aufgebaut waren. Auf einem der Vierecke schliefen bis zu 10 Kinder. Wenn kein Platz mehr war, mussten Kinder unter den Holzvierecken auf dem Boden übernachten. Es war schrecklich, sich vorzustellen, wie die Kinder, getrennt von ihren Eltern, leben mussten. Beeindruckt waren wir von Zeichnungen der Lagerinsassen, die etwas Hoffnung in das Leben der Kinder bringen wollten.

Nun liefen wir wieder zum Hauptweg und von dort zu einer ehemaligen Gaskammer, die vor der Befreiung des Lagers gesprengt wurde. Da standen wir nun vor einer Ruine, die so viele Menschen in den Tod geschickt hat. Allein der Gedanke, dass hier Menschen auf schreckliche Weise umgekommen sind, machte uns nachdenklich. Eine gewisse Trauer überfiel uns. Nachdem wir die Ruine besichtigt hatten, gingen wir zum Denkmal. Jeder von uns legte einen Stein darauf. Dies ist ein jüdisches Ritual, um die Toten zu ehren. Nach einer Schweigeminute lasen wir ein Gedicht vor, das nochmal verdeutlichen sollte, was sich in Birkenau zugetragen hatte. Alle waren sehr bewegt und emotional. Danach führte uns unsere Touristenführerin in ein Haus, wo der Boden komplett über dem historischen Fußboden mit Glas ausgelegt war, und erklärte uns, dass dies symbolische Bedeutung hat. Heute gehen wir auf den Wegen der Geschichte, Jahrzehnte nach den furchtbaren Ereignissen. Sie sagte, dass dieser Ort auch eine Art „Sanitäranlage“ war. In dem ersten Raum, in dem wir standen, mussten sich die Gefangenen ausziehen und ihre Kleidung auf einen Haufen legen. Hier wurden die Häftlinge inspiziert und ihnen wurden die Haare abrasiert. Als wir durch den Gang gingen, konnten wir uns ansatzweise vorstellen, wie sich die Menschen gefühlt haben mussten. Im letzten Raum des Gebäudes waren viele private Bilder. Unsere Fremdenführerin erklärte, dass dies alles jüdische Polen seinen, die hier in Birkenau umgekommen sind. Wir durften uns in Ruhe alle Bilder anschauen. Anschließend gingen wir in ein kleines Waldstück zu weiteren gesprengten Gebäuden – ehemaligen Gaskammern.

Wir bogen in eine Straße ein, die zu einem steinigen Übergang führte. Unser Marsch fühlte sich in der Hitze so endlos lang an, so dass man das Gefühl hatte, dass dieser Weg nie endet und das Ziel unerreichbar sei. Man kann gar nicht beschreiben, was für erdrückende Gefühle in einem hochkamen. Am Ende der Führung bestiegen wir einen Wachturm, von dem man das riesige Lager überblicken konnte. Diese beiden Tage in den Konzentrationslagern haben uns alle tief bewegt.

Unser vorletzter Tag begann gegen 10 Uhr mit einem Stadtrundgang durch die wunderschöne Stadt Krakau. Auf diesem konnten wir unter anderem die Schindlerfabrik, die Marienkirche, das Ghetto und eine Synagoge besichtigen. Aber natürlich haben wir auch noch einiges über Krakau allgemein erfahren. Ab 15 Uhr konnten wir uns in kleinen Gruppen in der Stadt frei bewegen, doch die meisten von uns gingen bereits ziemlich zeitig ins Hotel zurück, denn nach einer etwa fünfstündigen Stadtführung taten uns die Füße ganz schön weh. Nach dem Abendessen fuhren wir noch einmal ins malerische Zentrum, wo uns dann ein paar Stunden zur freien Verfügung standen.

Doch viele hielten sich nicht sehr lange in der Stadt auf, denn im Hotel stand ja noch Kofferpacken auf dem Programm...

Der letzte Tag „startete“ bereits sehr früh. Nachdem alle gefrühstückt und ausgecheckt hatten, machten wir uns gegen 8.30 Uhr auf den Weg zum Sender Gleiwitz. Denn bevor es für uns wieder zurück nach Hause ging, hatten wir dort noch eine einstündige Führung. Beim Sender Gleiwitz handelt es sich um einen 118 Meter hohen Sendemasten, welcher aus Fichtenholz besteht. Dort wurde am 31. August 1939 ein Überfall von der SS vorgetäuscht. Dies war ein Vorwand für den Angriff auf Polen. Mit der Ausrufung dieses angeblichen Aufstandes über ein „Gewittermikrophon“, in einer knapp vierminütigen Rede, wurde der 2. Weltkrieg ausgelöst. Im Anschluss schauten wir uns dann noch einen Film darüber an, bevor wir die etwa sechsstündige Heimfahrt antraten. Bei dieser war nichts mehr von der Aufregung der Hinfahrt zu spüren, denn alle waren so geschafft von den vier Tagen, dass jeder erst mal eine Runde schlief.

Obwohl die Reise ziemlich anstrengend war, vergingen die vier Tage wie im Flug und jeder von uns wäre sicher gern noch länger dageblieben. Wir konnten viel Neues lernen, vor allem zum Thema „Judenvernichtung“. Durch die Führungen in Auschwitz und Birkenau bekamen wir noch mehr Eindrücke davon, wie es den Gefangenen dort erging.

Alles in allem waren es vier sehr anstrengende Tage, aber auf jeden Fall war die Reise lohnenswert und sehr beeindruckend. Sie hat sicher nicht nur bei uns, sondern bei allen bleibende Eindrücke hinterlassen.

 

Vivien U. und Pauline F.

Klasse 10

Eingangstor im Stammlager Auschwitz
Eingangstor im Stammlager Auschwitz
Baracken im Außenlager Birkenau-Auschwitz
Baracken im Außenlager Birkenau-Auschwitz
Schlafsaal der Gefangenen
Schlafsaal der Gefangenen
Privatfotos der Häftlinge
Privatfotos der Häftlinge
Gedenkstein
Gedenkstein
Marienkirche
Marienkirche